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        Letzen Winter sind wir zu Dritt, drei junge Damen – Marei, Alison und ich – mit Snowboards im Gepäck, nach Japan geflogen. Geplant war ein fünfwöchiger Snowboard-Roadtrip  quer durch Japan. Japan ist bekannt für seine Unmenge an pulvrigen Schnee und wunderschönen „Treeruns“ –  das kannten wir nur von Snowboardfilmen und wollten wir nun selbst erleben. Die gesamte Reise habe ich in einem Film und mit Fotos festgehalten. Ich hatte meine Canon 5D miV und Olympus OMD mII im Gepäck. Marei ihre Gopro mit Gimbal. 

        Mit jeweils zwei Snowboards und Winterausrüstung in den Boardbags ging es nach der Landung am Tokioer Flughafen in das nahgelegene Narita um den Bus abzuholen, den wir gebucht hatten. Der Bus, ein Nissan der älteren Generation, war auch unser Schlafplatz für die nächsten fünf Wochen. Ausgestattet mit Standheizung, einem kleinen Gaskocher und Waschbecken, hat es sich darin ganz gut leben lassen. Nur das Kochen war nicht immer leicht, denn die Gasflaschen haben nicht genug Flammen gespuckt, da die Dosen meist fast eingefroren waren. 

        So sind wir von Narita zuerst mal in Richtung japanische Alpen gesteuert. Nozawa Onsen war unser erster Stopp. Es war so, wie wir es uns vorgestellt haben. Lichte, steile Laubwälder, perfekt für Treeruns. Nur Neuschnee hatte es noch keinen. Nach dem Snowboarden ging es fast täglich in die Onsen. Das war unser tägliches Körperpflegeprogramm. Onsen sind übrigens heiße Vulkanquellen, die fast überall auf der Insel zu finden sind. Nach Nozawa Onsen ging es Richtung Norden nach Geto Kogen. Das Wetter in den japanischen Bergen ist dort teilweise so ungemütlich, dass japanische Skigebiete an der Talstation oft riesige Indoorhallen bauen um die Besucher_innen vor Kälte, Wind und Schnee zu schützen. Diese Hallen sehen ganz lustig aus, von bunten vergnügungspark-ähnlich-aussehenden Hallen zu futuristischen Sci-Fi Orten. Das habe ich natürlich alles mit meiner Kamera festgehalten. Wie zum Beispiel hier in dieser Galerie.  Die Galerie zeigt Fotos von japanischen Winterlandschaften und deren drumherum. Fotografieren und Filmen bei dem kalten, stürmischen Wetter war nicht immer einfach. Aber ich bin froh, dass ich trotzdem einige Fotos machen konnte, die das ganze ein bisschen festhalten konnten. Auch wenn die Finger von der Kälte dann richtig weh taten. 

        Was mir sonst so auffiel, verglichen mit österreichischen Skigebieten… Es gab viel mehr Snowboarder_innen. Wie mir schien, legten Japaner_innen extrem viel Wert auf ihren Style und ihre Outfits. Fotos dazu findet man zum Beispiel hier in dieser Portraitserie

        Nach Geto Kogen fuhren wir weiter hinauf in den Norden, in Richtung Fukushima. Nach einigen Tagen dort Snowboarden, nahmen wir die Fähre nach Hokkaido. Auf Hokkaido war es dann richtig eisig und frisch. Filmen und fotografieren wurde immer härter für die Finger. Die Landschaften und die Unmengen an Schnee haben die Kälte dann aber halbwegs vergessen lassen. Und ich habe mir angewöhnt mit Handschuhen zu fotografieren und zu filmen. Einen Film von unserem Schneeabenteuer gibt es auch. Hier habe ich das Filmmaterial, das wir mit der Canon, Olympus und Go Pro aufgenommen haben, zu einem 5 Minuten Film zusammengeschnitten. Dafür, dass es drei ziemlich unterschiedliche Kameras sind und die Bedingen nicht gerade die einfachsten waren, lässt es sich schon anschauen, finde ich. Note to self: Wenn am Reisen mit ohnehin schon schwerem Gepäck – lieber leichtere Kameras mitnehmen und weniger Objektive. Früher oder später werde ich wohl nicht drum rum kommen, anstatt einer Spiegelreflex Kamera eine Systemkamera zu kaufen. Ich liebäugele schon mit Sony Alphas. 

        Zurück zum Roadtrip. Nach Hokkaido ging es wieder hinunter Richtung Süden, und zwar nochmal Richtung japanische Alpen. Dort entdeckten wir ein kleines, paradiesisches Skiresort – dessen Name ich jetzt nicht erwähnen werde, damit es auch so klein und versteckt bleibt. In dem kleinen Gebiet, mit nur 2 Sesselliften, gab es fast täglich in etwa einen halben Meter Neuschnee. Dort sind wir dann länger geblieben. Wir sind öfter mal mit dem Bus in den zugeschneiten Straßen hängengeblieben. Der Heckantrieb und die alten Winterreifen waren dort nicht unbedingt von Vorteil. Dann ist uns eine Schneekette sogar noch kaputt gegangen. Dank Mareis tollen Fahrkünsten ist gott sei Dank immer alles gut gegangen. Sie ist immer gefahren und hat sich im Linksverkehr mit vereisten Straßen (man hatte den Eindruck, dass in Japan die Straßen nicht gestreut sind) wacker geschlagen. Ich habe daweil die schneebedeckten, vereisten Straßen gefilmt. 

        Nach gut 5 Wochen war unser Roadtrip durch die japanischen Berge dann aber auch mal vorbei. Nachdem wir den Bus in Narita wieder abgeben hatten, ging es mit unseren schweren Boardbags nach Tokio. Wir verbrachten noch 3-4 Tage in der Großstadt. Das war ein leichter Kulturschock. Nach 5 Wochen in der japanischen, winterlichen Einöde in eine der belebtesten Metropolen der Welt. Das erste mal in einem richtigen Bett zu schlafen, war auch schön. In Tokio haben wir dann das volle Touristenprogramm durchgezogen. Es ging zum Beispiel auf den Fischmarkt, zum Tokio Tower, Shibuya (das berühmte Viertel mit dem dichten Zebrastreifen) und ins traditionelle Stadtviertel Asakusa. Tokio fand ich dann noch besonders toll zum Fotografieren. Besonders der Fischmarkt war eine tolle Kulisse. 

        Nach fast 6 Wochen in Japan ging die Reise dann dem Ende zu. Ich war tiefbeeindruckt von der Insel – von der Kultur, der schönen Landschaft und dem guten Essen. Ich würde jedenfalls wieder so einen Trip machen. Nur zukünftig mit einer leichteren Kamera und weniger Objektiven im Gepäck.